Gestalterisch scheitert die Demokratie an der 5% Hürde

Die Wahlkabine und die Inszenierung von Wahlen sind ein interessantes Beispiel dafür, wie es um die gestaltete Demokratie steht. Im Gegensatz zur Wirtschaft, in der Gestalter aufwendige Konzepte gestalten, um der Anspruchgruppe den Wert und Inhalt ihres Produktes zu vermitteln, wird in der Demokratie darauf zu oft keinen Wert gelegt.

Unter ästhetischen Aspekten scheitert unsere Demokratie regelmäßig an der Fünfprozenthürde. Auf der anderen Seite sind Demokratie und freiheitliche Grundordnung keine Selbstverständlichkeit, wie nicht nur die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts eindrücklich zeigt, sondern auch jüngste Geschehnisse auf der Weltbühne.  Die in unserer Geschichte einmalig lange Friedensperiode kann leicht darüber hinwegtäuschen, wie fragil unsere politische Ordnung ist, wenn sie nicht wertgeschätzt wird.

Welche Wirksamkeit visuelle Kommunikation haben kann, zeigen uns Diktaturen wie der Nationalsozialismus (Deutsches Reich), der Stalinismus (UDSSR) oder der Sozialismus (DDR). Dabei drängt sich die Frage auf, wo der Unterschied zwischen Information und Manipulation liegt. Worin bestehen formal ästhetische Parallelen und Kongruenzen? Wie unterscheidet sich der Duktus „demokratischer“ Kommunikation der sozialen Marktwirtschaft in der BRD im Vergleich zu den oben genannten Diktaturen?


Anlässlich der anstehenden Bundestagswahl gehen wir in diesem Projekt daher der Frage auf den Grund, wie Designideen den Wert der Demokratie sichtbarer und bewusster machen können. Politisches Design ist in diesem Kurs keine designtheoretische Position, sondern eine Aufforderung, mittels Gestaltung Impulse für die Stärkung der Demokratie zu setzen. Gefragt sind exemplarische, inspirierende, bewusstseinsbildende Gestaltungsansätze – vom Kommunikationsdesignkonzept bis zur künstlerischen Auseinandersetzung mit den Thema Demokratie. 

Verschiedene lokale Ausstellungsformate in Köln und Dresden, sowie lokale Veranstaltungen und Pressearbeit sollen das Thema über die Grenzen der Hochschulen hinaus, passend kurz vor den Bundestagswahlen im Herbst 2021, in den öffentlichen Diskurs tragen.

Das Projekt ist überparteilich angelegt. Jede Einflussnahme oder die Unterstützung einzelner Parteien in diesem Projekt werden ausgeschlossen.